Alternative Worldcup 2019, Berendrecht, Antwerpen

In Belgien fehlten dem ASV das Glück und ein etatmäßiger Stürmer. Ansonsten war die Reise wie immer unterhaltsam. Die beiden Gastgeber feiern genau wie der ASV ihr 30-jähriges Bestehen und auch viele andere Teams sind schon seit ewigen Zeiten bei den Turnieren am Start gewesen. So stand das Turnier unter dem Motto „tous ensemble“ (alle zusammen).

Tous Ensemble – Lunatics, Zeezicht FC – Ponderosa 2019

16 Spieler hatten den Weg nach Antwerpen angetreten. Im Tor stand Max, der aus Berlin angereist war und für das Feld waren Armin, David G., David P., Flo, Gregor, Hannes, Henrique, Isi, Liam, Marcel, Maxi, Stephan, Vincent B., Vinz und Volker vor Ort. Vinz hatte mit David P., Marcel und Vincent drei Kumpels mitgebracht, Flo kam aus München angereist. Götz und Chris G. mussten leider kurzfristig absagen.

Trotzdem hatte der ASV eine illustre junge Truppe am Start. Eine spiel- und kampfstarke Mannschaft mit einem kleinen Schönheitsfehler: es fehlte ein gelernter Stürmer. Diese Randnotiz sollte sich schon bald bemerkbar machen.

Die Gruppen wurden ausgelost. In der Gruppe B bekam es der ASV mit The Yard 1 (Yard hatte zwei Teams am Start), Skillful Scousers, FC Vova und Los Amigos zu tun. Dass The Yard wie immer zum Favoritenkreis gehören würde, war klar. Nicht wirklich auf der Rechnung hatte man das lokale Team der Liverpool-Fans, die Skillful Scousers.

Man ahnte bereits, dass das erste Spiel gegen FC Vova richtungweisend sein würde, nachdem die Skillful Scousers mal eben 2:0 gegen The Yard gewonnen hatten. Ein Spiel in der Gruppenphase dauerte 25 Minuten. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Der ASV war eigentlich zu 80% in der gegnerischen Hälfte, aber der letzte Pass fehlte. Und wenn er mal kam, konnte die Torchance nicht genutzt werden. Vova schoss nicht ein einziges Mal aufs Tor des ASV. Am Ende stand es aber 0:0. Ein Remis, das den ASV nicht weiter brachte. Im Gegenteil, denn The Yard konnte am Sonntag sein Spiel gegen einen mittlerweile dezimierten Gegner mit 3:0 gewinnen und ins Viertelfinale einziehen. In der Zwischenzeit hatte der ASV gegen die Skillful Scousers 0:2 verloren und sich von The Yard 0:0 getrennt. Erst im letzten Gruppenspiel gegen die Los Amigos konnte der ASV seinen ersten Turniertreffer durch Marcel erzielen. Fast erwartungsgemäß platzte dann der Knoten und nochmal Marcel, Vinz und Flo schossen einen ungefährdeten 4:1-Sieg heraus. Erwähnenswert ist noch das ziemlich unfaire, rüde Spiel der Skillful Scousers, die quasi jeden Angriff des ASV mit einem Foulspiel stoppten, ohne vom Schiri daran gehindert zu werden. Eigentlich hätte dieses Team das nicht nötig gehabt. Schade, dass so etwas bei so einem Turnier sein muss.

Mit 5 Punkten und 4:3 Toren landete der ASV nur auf Platz 3 der Gruppe und verpasste somit den Einzug ins Viertelfinale. Allerdings wurde dieser Sachverhalt nachträglich in ein anderes Licht gerückt, denn die Skillful Scousers wurden Turniersieger, The Yard 1 wurde Zweiter. Das Finale wurde per Elfmeterschießen entschieden. Der ASV war also Gruppendritter hinter den beiden besten Mannschaften des Turniers. Im unteren Viertelfinale gewann der ASV nach Penalty Shootout 2:1 gegen Republica, nachdem in der regulären Spielzeit von diesmal 15 Minuten keine Tore gefallen waren. Die weiteren Platzierungen wurden nur noch per Penalty Shootout entschieden. Das untere Klassement gewann der ASV und landete auf Platz 9 von insgesamt 20 Teams, was den bestmöglichen Platz außerhalb der Viertelfinals bedeutete.

Eine etwas andere Auslosung und/oder ein gelernter Stürmer an Board und eine Platzierung unter den ersten Vier wäre sehr realistisch gewesen.

In Gruppe A konnte sich die ICE Neckarstrasse mit guten Spielen als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifizieren, scheiterte dort aber an The Yard aus der ASV-Gruppe.

Die Tore für den ASV (ohne Shootout) erzielten Marcel (2), Vinz und Flo. In den Shootouts konnte sich besonders Isi und Maxi hervortun. Zudem konnte sich Torwart Max einige Male auszeichnen. Fazit: Die Abwehr stand, auch im Mittelfeld gelang vieles, aber im Sturm fehlte über weite Strecken die Durchschlagskraft. Mit etwas mehr Losglück wäre aber trotzdem mehr drin gewesen.

Hervorzuheben ist auch die gute Organisation eines so großen Turniers mit 20 Männer- und einigen Frauenteams sowie geschätzt 500 Leuten. Vielen Dank hierfür an die Veranstalter Lunatics und Zeezicht.

Gruppen:
A: Easton Cowboys, 1 in 12, Internationale Härte, ICE, Republica
B: Skillfull Scousers, The Yard 1, ASV, FC Vova, Los Amigos
C: Real Hoek, World XI, Lunatics, Extra Yard, Bambule
D: Catadao, Hammertime, ZeeZicht, Teutonia Bad Muskau, Hajduk Splint

Turnierplatzierungen:
1. Skillfull Scousers
2. The Yard 1
3./4. Hammertime und Extra-Yard
5.-8. Internationale Härte, ZeeZicht, ICE, Real Hoek
9. ASV
insgesamt 20 Teams

Vorschau Alternative Worldcup

Sportanlage Ponderosa, Berendrecht Belgien

Zeitplan: 5.7. abends (Auslosung) bis 7.7. abends (Siegerehrung)

Ortsdetails: Sportplätze (Naturrasen), Party-Zelt, Camping-Platz, Essen und Trinken erhältlich

Teams: 20 Mannschaften Männer, ein paar Damenteams

Anreise-Beispiel: Bus ab Schlesinger, Stuttgart am 5.7. 10:00 Uhr, Beitrag ca. 80 Euro. Es geht natürlich auch anders: Z.B. mit dem PKW ca. 6-7 Stunden (Anreise bis ca. 18/19 Uhr vor Ort einplanen).

Veranstaltungsort: http://asv.teraz.de/blog/locations/ponderosa-sportanlage-berendrecht-antwerpen-belgien/

Alternative Worldcup Dünsbach 27.-29.7.2018

In der Hitze von Dünsbach errang der ASV in einem starken Teilnehmerfeld von 10 Mannschaften einen formidablen 4. Platz beim im Liga-Modus ausgetragenen ICE-ASV-Headless-Turnier.

Das Prestigeduell zum Start

Freitag morgen startet das Turnier gleich mit einem Remis zwischen den später topplatzierten Cowboys aus Easton und der Internationalen Härte aus Hannover. Für den ASV geht es am Mittag los. Als erstes steht das Prestigeduell mit der ICE Neckarstrasse an. Die steht mit 17 Spielern auf dem Platz. Beim ASV ist man immerhin mit 12 Leuten am Start. Besser als gedacht. Anton verstärkt sehr zum Leidwesen der ICE den ASV und trifft (Ironie des Schicksals) zum 1:0-Siegtreffer. Das geht ja gut los.

Während The Yard und die Internationale Härte schon fließig punkten, wartet der ASV auf sein zweites Spiel. Der Lokalmatador TSV Dünsbach tritt erst spät ins Turnier ein. Die nicht so gute Auswahl wird vom ASV 5:0 vom Platz gefegt. Vinz, Thomas S., Lukas, Anton und Chris N. per 11m-Nachschuss hatten getroffen. Später verstärkt sich Dünsbach und gewinnt die beiden nächsten Spiele (unter anderem gegen die ICE), um am nächsten Tag wegen Spielermangels aus dem Turnier auszuscheiden. Schade eigentlich.

The Yard ist der erwartet schwere Gegner des dritten Spiels. Der ASV lässt nichts zu, kommt aber auch vorne nicht durch. Aufregung bei einer Blutgrätsche an der Eckfahne gegen Flo und einen Würgegriff an den Hals von Freddi durch zwei Spieler von The Yard. Hinterher haben sich alle wieder lieb. 0:0 am Ende.

Unterdessen stecken die Lunatics, der Gastgeber des nächstjährigen Turniers, zwei deutliche Niederlagen gegen The Yard und Internationale Härte ein. Die letztgenannten Mannschaften bestimmen den ersten Turniertag, dicht gefolgt von den Cowboys, dem ASV und Zeezicht, dem zweiten belgischen Verein und Co-Gastgeber des nächstjährigen Turniers.

Die Sonne brennt den ganzen Tag auf den Platz. Das Bier, meist in Form von Radler für die Spieler, fließt. Abends spielt man Bierpong. Vinz und Nino haben die ruhigste Hand. Bei den anderen sieht es häufig aus wie bei Lucky Lukes Hund Rantanplan: „Ich spring ihm in die Arme – zu kurz (oder zu weit).“ Auch die Nacht wird für einige zu kurz. Kennt man ja schon.

Die Auferstehung der Neckarstrasse

Am Samstag geht es früh morgens weiter. Traditionell findet das erste Spiel eine gute halbe Stunde später statt als geplant. Die ICE Neckarstrasse muss ran, hat aber nur 6 Spieler. Die wenigen ASV-Spieler die schon wach sind, können auch nicht aushelfen, weil sie pfeifen müssen. Erste Stimmen bei der ICE werden laut, das Spiel abzusagen. Dann finden sich plötzlich doch noch genug Spieler. Und am Ende gewinnt die ICE tatsächlich gegen The Yard mit 1:0. Manche meinen, man solle ein T-Shirt drucken lassen: „ICE-Yard Dünsbach 2018 1:0“. Dass dieses Spiel nur der Auftakt einer nie gesehenen Siegesserie wird, ahnt noch niemand. Nach weiteren knappen 1:0-Siegen gegen Bambule und Lunatics muss sich die ICE nur dem Turniersieger mit 0:1 beugen, während der Sonntag drei klare Siege bescheren wird, u.a. 3:0 gegen die bis dahin stark spielenden Easton Cowboys. Frieder, der auch beim ASV spielte, und Norman in der Abwehr sowie die Offensive der Freiburger „Kämpfenden Herzen“ bildeten eine dabei starke Achse.

Der schwarze Tag des ASV

Der ASV dagegen kommt über ein 0:0 gegen Zeezicht nicht hinaus. Der Samstag wird der Tag, der dem ASV eine bessere Platzierung kostet. Lediglich Republica kann mit 2:1 geschlagen werden, durch 2 Tore von Anton. Gegen die Easton Cowboys, die am Samstag noch in guter Form aufliefen, musste der ASV dann sogar eine 0:1-Niederlage hinnehmen. Gegen Abfahrt Bambule reichte es später nur zu einem 0:0. Überhastete Aktionen prägen am Samstag das Bild. Insgesamt ist das Spiel des ASV wenig ansehnlich und hat auch keine besseren Ergebnisse verdient. Dennoch hätte es beim 0:0 gegen Bambule 2 Elfmeter zugunsten des ASV geben müssen.

Es geht doch

Sonntag. Der ASV startet gegen den Turniersieger Internationale Härte. Nach einem 0:1-Rückstand dreht der ASV das Ergebnis auf 2:1, muss sich im Endspurt jedoch 2:3 geschlagen geben, wobei ein Remis das gerechtere Ergebnis gewesen wäre. Der ASV hatte sich hier gut verkauft, war wegen der ersten Häfte auf Augenhöhe und zeigte eines seiner besten Turnierspiele. San und Gregor mit einem schönen Schlenzer trafen zur zwischenzeitlichen Führung.

Trotz des Kräfteverschleißes der letzten Tage unter tropischer Hitze ging der Humor nicht verloren. Nino brachte sich für die nächsten Begegnungen als „durchhängende Spitze“ ins Spiel, das „übergewichtige Mittelfeld“ durfte indes eher als Flachs verstanden werden. Zu oft hatte man (außer am Samstag) ein Übergewicht im Mittelfeld herstellen können.

Nach dem durchwachsenen Samstag lief es nun ohnehin wieder besser. Bad Muskau durfte auf eigenen Wunsch zwei Spiele am Stück spielen und musste sich 3:0 geschlagen geben. Flo, Frieder und San machten das Ergebnis perfekt. Gegen die Lunatics folgte ein 2:0-Sieg. Der ASV hatte am Sonntag wieder eine bessere Spielanlage. Im letzten Spiel war der zuvor angeschlagenen Anton wieder mit an Bord und markierte den 2:0-Endstand mit seinem 5. Turniertreffer für den ASV. Damit krönte er seine starke Leistung und war der ASV-Torschützenkönig. Flo hatte mit seinem zweiten Tor für die Führung gesorgt. Er war wie San am letzten Tag aufgeblüht.

Beim Spiel Internationale Härte gegen Bad Muskau galoppierte der „Kopflose Reiter“ auf das Feld und brachte das Turnier für einige Minuten zum Stillstand. Die Sage kann unter dem Link nachgelesen werden. Zusammenhänge mit dem Turniernamen sind nicht ausgeschlossen.

Der kopflose Reiter

Dünsbach liegt nicht in Russland

Am Ende des Tages liegen Internationale Härte Hannover und The Yard in Front. Trotz Ligamodus hat sich die Turnierleitung für ein Finalspiel Erster gegen Zweiter entschieden. Eine gute Entscheidung, die die meisten Teams mittragen. Ärgerlich ist nur der undefinierbare Gitarrenlärm am Spielfeldrand. „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Musik gehört in die Abendveranstaltungen, aber während dem Sport ist es eher störend. Viele sind genervt. Das Spiel ist auch nicht besser. Am Ende siegt die Internationale Härte im Elfmeterschießen gegen die Briten. Wer nach dem englischen Elfmetersieg bei der WM gedacht hat, die alte Regel sei durchbrochen, dem sei gesagt: Die Ausnahme galt nur in Russland.

Am Ende wird gefeiert. Die Internationale Härte aus Hannover kann zum ersten Mal den Titel des Alternative Worldcup verteidigen. Wasserwerfer kommen zum Einsatz, bescheren denen die es wollen eine Erfrischung. Die die bereits umgezogen sind, suchen das Weite. Jan verliest das Endklassement. Das Turnier ist vorbei. Schön war’s wieder.

Finalfoto mit (fast) allen Beteiligten

Die Platzierungen stimmen in der folgenden Tabelle. Wer noch sachdienliche Hinweise zu den Ergebnissen vom Sonntag ab 13:00 Uhr hat, kann mir diese gerne schicken. Punkte und Tore könnten leicht abweichen:

Pl. Team Punkte in ca. Tore in ca.
1 Internationale Härte (Hannover) 23 12:2
2 The Yard (Totnes/GB) 22 13:4
3 Easton Cowboys (Bristol/GB) 22 10:4
4 ASV Filderstadt (Stuttgart-Kaltental) 18 15:5
5 ICE Neckarstrasse (u.a. Stuttgart) 18 10:5
6 Royal Zeezicht (Antwerpen/Belgien) 14 6:9
7 Abfahrt Bambule (Hamburg) 9 3:8
8 Teutonia Bad Muskau (Bad Muskau) 9 6:14
9 Lunatics (Antwerpen/Belgien) 6 6:16
10 Republica International (Leeds/GB) 5 4:10
11 TSV Dünsbach (Dünsbach) annulliert

Der ASV erreichte 18 Punkte (5 Siege, 3 Remis, 2 Niederlagen) in 10 Spielen bei 15:5 Toren.

Die Spielergebnisse des ASV

ICE Neckarstrasse 1:0 – Tor: Anton
TSV Dünsbach 5:0 – Tore: Vinz, Thomas S., Lukas, Anton, Chris N.
The Yard 0:0
Royal Zeezicht 0:0
Republica International 2:1 – Tore: Anton (2)
Easton Cowboys 0:1
Abfahrt Bambule 0:0
Internationale Härte 2:3 – Tore: San, Gregor
Teutonia Bad Muskau 3:0 – Tore: Flo, Frieder, San
Lunatics 2:0 – Tore: Flo, Anton

Die ASV-Kampfmannschaft

Tor: Jörg
Abwehr: Armin, David K., Frieder, Götz, Matthias, Nino
Mittelfeld: Chris N., Flo, Freddi, Gregor, Isi, Thomas S., Vinz
Sturm: Anton, Lukas, San

Die Tore für den ASV erzielten

Anton (5)
Flo (2)
San (2)
Vinz
Thomas S.
Lukas
Chris N.
Gregor
Frieder

Alternative Worldcup Thorncombe 29./30.7.2017

In Thorncombe richteten die Easton Cowboys und Cowgirls den 25. Alternative Worldcup aus. Der ASV landete im Mittelfeld von 20 Mannschaften ohne genaue Platzierung, da die Plätze nicht ausgespielt wurden. Hier eine kleine Chronik:

Do 27.7. 23:00
Zahlreiche Spieler von ASV und ICE Neckarstrasse haben sich bereits in Stuttgart im Schlesinger eingefunden. Die Abreise ist für 0:00 Uhr geplant.

Do 27.7. 23:50
Der Bus startet den Motor.

Fr 28.7. 0:00
Der Bus fährt pünktlich auf die Minute los. Wann hat es das zuletzt gegeben!? King of the road, Reini, ist am Steuer. Reini hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Auch mit an Board: sein langjähriger Co. Martin.

Fr 28.7. 2:00
Die Stimmung an Board ist hervorragend. Nicht auszuschließen, dass das auch an dem einen oder anderen Kaltgetränk liegt, das bereits geflossen ist. 5 kalte Kisten Bier.

Fr 28.7. 3:50
Berchem, Luxemburg, der Bus stoppt zum ersten Mal. 10 Minuten Pause. Das Bier ist leer. Aber unten im Bus gibt es (warmen) Nachschub.

Fr 28.7. 4:10
Es geht weiter. Die 10-Minuten-Pause ist um…

Fr. 28.7. 7:20
Ostende. Der 2. Stopp. Die Nacht ist vorbei. Welche Nacht? Ein nicht aufhören wollender Disco-Mix liegt mir im Ohr. Erst mal einen Kaffee. Dann geht’s weiter.

Fr. 28.7. 9:40
Grenzkontrolle. Alle aussteigen. Gesichter vorzeigen. Ein paar Worte mit dem Grenzbeamten wechseln (gehört zum guten Ton). Wo man hin will wird gefragt. Alle zum Fußball.
Wie ich später erfahre: 15 Minuten später fährt das Team von Zeezicht am gleichen Grenzposten vorbei. Erstaunen bei den Beamten, dass auch dieser Bus nach Thorncombe fährt. Alternative Worldcup? Aha…

Fr. 28.7. 9:55
Alle wieder an Board. Keine Verluste. Es geht weiter in Richtung Fähre.

Fr. 28.7. 10:55
Die Fähre verlässt den Hafen von Calais.

Fr. 28.7. 12:30
Ankunft in Dover um 11:30 Ortszeit. Ab jetzt alle Zeiten in Ortszeit. Klar, oder?

Fr. 28.7. 16:20
Stonehenge. Der Stau auf der Straße ermöglicht einen klasse Ausblick auf das bekannte touristische Ziel.

Fr. 28.7. 18:00
Der Bus biegt ab, wo er nicht abbiegen sollte. Eine enge Gasse – Durchfahrt verboten für LKW – ca. 1,50 breit. Zumindest gefühlt. Der Witz: Die Straße hat sogar einen Mittelstreifen. Bäume schlagen oben, links und rechts gegen den Bus. Im Niemandsland bildet sich hinter dem Bus eine kleine Schlange von 3 Autos. Dann kommen welche entgegen. Es ist klar, dass es so nicht weitergeht. Hinter der nächsten Kurve wartet eine 90°-Abzweigung. Die Autofahrerin aus dem Auto hinter dem Bus kennt einen anderen Weg. Der Bus fährt einen halben Kilometer im Rückwärtsgang. Links und rechts sind ca. 30 cm Platz. Doch Martin, der zweite Busfahrer ist ein Meister seines Fachs. Der Bus fährt wie auf Schienen die Straße zurück, wendet dann in einem Hof. Das nutzen die Bewohner für ein paar persönliche Handy-Fotos. Richtig was los hier.

Fr. 28.7. 18:30
Nach 1.110 Kilometern und 19:30 Stunden Fahrt kommt der Bus in Thorncombe an. Inzwischen hat es angefangen zu stürmen. Böiger Wind und starker Nieselregen. Das sind ja tolle Bedingungen, um ein Zelt aufzubauen. Lieber erstmal ein Bier.

Fr. 28.7. 19:30
Die Zeit vergeht, bald wird es dunkel. Es nützt nichts. Die Zelte müssen aufgebaut werden. Beim Aufbauen knicken die meisten Zelte immer wieder um, so stark ist der Wind. Bei einem neu gekauften Zelt brechen die Teleskopstangen. Das Zelt wird noch an den nächsten Tagen einen erbärmlichen Anblick bieten. Zum Glück findet der Besitzer Unterschlupf in einem anderen Zelt. Man hilft sich gegenseitig.

Fr. 28.7. 21:00
Die Zelte stehen. Die Auslosung beginnt. Der ASV steht in einer Gruppe mit dem Lokalmatador Thorncombe FC, Abfahrt Bambule aus Hamburg, Zeezicht aus Belgien und den Clapton Ultras. Insgesamt gehen 20 Mannschaften in 4 Fünfergruppen an den Start.

Sa 29.7. 10:00
Das erste Spiel steht an. Der ASV geht mit einer etwas zusammengewürfelten Mannschaft ohne Stars, 5 Gästen und sehr alten Haudegen an den Start.

Die Mannschaft: Jörg – David, Armin, Christian K. – Flo, Nino, Volker, Thomas Kl., Dennis, Anton, Nicolai – Bombe, Leo

Sa 29.7. 10:30
Gegen ein starkes Heimteam aus Thorncombe sah die noch nicht eingespielte Mannschaft des ASV auf dem engen Platz wenig Land. Der Gegner spielte ein gutes Pressing. Ein Fehlpass vor das eigene Tor und eine Kopfballverlängerung in den Lauf des Mittelstürmers ebneten Thorncombe den Weg zu ihrem 3:0-Sieg.

Sa. 29.7. 13:30
Im zweiten Spiel gegen Clapton Ultras fand der ASV nach Umstellung auf ein 2-3-1-System viel besser ins Spiel. Das zeigte sich auch beim 1:0 durch Bombe nach schöner Vorbereitung durch Flo. Leider wurde später ein Einrollen (der Torwart durfte weder Abschlagen noch Abwerfen) von Jörg abgefangen und plötzlich stand es 1:1. In der Folge zeigte der ASV weiter eine starke Leistung und hatte insgesamt 5 hochkarätige Einschusschancen, die der starke Keeper auf der Gegenseite jedoch allesamt parierte, meist im 1 gegen 1. Der ASV war hier haushoch überlegen und hätte als Sieger vom Platz gehen müssen.

Sa. 29.7. 20:00
Die Abendveranstaltung läuft. Silber ist das Motto. Manche Verkleidungen sind ein echter Hit. Joosie zeigt alte Dias von 1993/94. Danach Karaoke. Durchaus gelungen das alles.

Sa. 29.7. 16:30
Im letzten Spiel des Tages gegen die alten Bekannten von Zeezicht gab es eine 0:2-Niederlage. Ein strammer Weitschuss nahm auf dem glatten Rasen Fahrt auf und schlug neben dem linken Pfosten ein. Kurz darauf führte eine Ecke zum zweiten Gegentreffer, als der Stürmer beim Hereinlaufen schneller am Ball war. Das war bereits die Entscheidung. Da es nach vorne auch nur wenige Chancen gab, war der Sieg für Zeezicht verdient.

So. 30.7. 10:30
Letztes Gruppenspiel gegen Abfahrt Bambule. Der ASV geht in Führung. Nach einem Schuss von Thomas prallt der Ball zu Dennis, der in der Mitte zu Flo spielt. Dieser scheitert im ersten Versuch, kann aber den Nachschuss verwandeln – 1:0. Danach kam Abfahrt Bambule etwas überraschend zum Ausgleich. Nach dem Ausgleich war jedoch wieder der ASV am Drücker und nach einem Foul an Flo verwandelte Thomas den fälligen Strafstoß zum 2:1. Der ASV holt damit den dritten Platz in seiner Fünfergruppe.

So 30.7. 14:00
Im unteren Viertelfinale der zweiten 8 Teams unterlag der ASV gegen World 7 mit 0:1. World 7 ist ein Mix-Team, in dem wechselnde Aufstellungen spielen. Am zweiten Tag sind das erfahrungsgemäß eher die fitten Spieler. Eine Wundertüte und kein besonders glückliches Los. Weitere Plätze wurden nicht ausgespielt. Der ASV verabschiedete sich rechnerisch als 13. von 20 Teams aus dem Turnier. Für dieses Team ein brauchbares Ergebnis.

Leistungsträger in diesem Turnier: Flo und David.

Torschützen: Bombe, Flo und Thomas per Strafstoß.

Die ASV-Bilanz: 5 Spiele. 1 Sieg, 1 Remis, 3 Niederlagen, 3:8 Tore.

Platz 3 von 5 in der Gruppe. Das hätte bei üblichem Modus Platz 9 bis 12 bedeutet.

So 30.7. 18:00
Das Finale: Internationale Härte Hannover gewinnt den Worldcup zum ersten Mal. Ein sehr starkes Team mit vielen technisch starken, jungen Spielern. Einer ehemals aus der Jugend von Hannover 96. ASV-Gruppengegner Thorncombe FC hatte es ebenfalls ins Finale geschafft. Am Ende war Internationale Härte der verdiente Sieger. Auf den Plätzen: Thorncombe FC, Yard und Republica.

So 30.7. 21:00
Siegerehrung und Party. Die letzte Nacht startet.

Mo 31.7. 1:40
Der Bus startet zurück in Richtung Stuttgart.

Mo 31.7. 20:15
Der Bus steht am Schlesinger. Der England-Trip ist Geschichte. Schön war’s wieder. Einige bleiben noch auf ein Bier.

Alternative Worldcup, „Footstock 2016“, Hannover

Der ASV war als Titelverteidiger nach Hannover gefahren, wo das Team der Internationalen Härte als Gastgeber das Footstock-2016-Turnier veranstaltete. Am Ende sprang unter 15 Teams ein sehr guter dritter Platz heraus.

Das ASV-Team war oberflächlich betrachtet zwar nahezu deckungsgleich mit den Champions von 2015, doch fehlte mit Jonás natürlich ein extrem wichtiger Mosaikstein. Außerdem fehlten mit Joosie (verletzt), Johannes und San weitere Stützen. Melik trat diesmal „nur“ als Stürmer an, machte seine Sache aber sehr gut. Mit Ömer war gegenüber 2015 eine Verstärkung an Board. Bombe stand zustätzlich als Joker zur Verfügung, Mille und Trainer Thomas Kl. waren in Cameo-Auftritten zu sehen, Leo hatte am Finaltag ebenfalls ein paar Kurzeinsätze.

Nominell standen so 15-16 Spieler zur Verfügung, reell waren es aber meist nur 13, zumal Flo schon während des zweiten Spiels verletzt ausschied. Am zweiten Tag musste auch Müsgüb passen. Volker, Leo und im letzten Spiel Ebi streiften sich am zweiten Tag zusätzlich das ASV-Trikot über, so dass alle Spiele mit +/- 13 Spielern über die Bühne gingen.

Die Vorrunde: Wo steht der ASV?

Die Website des Veranstalters titelt: ASV Filderstadt (D)
Die Gründungsurväter kommen als Titelverteidiger. Nach 25 Jahren war es ihnen letztes Jahr zum ersten Mal vergönnt die begehrte Trophäe verdientermaßen in die Höhe zu stemmen. Wir alle sind gespannt ob sie diese Leistung bestätigen können.

Mit einem „gewissen Druck“ ging der ASV in das Turnier. Im ersten Gruppenspiel wartet mit Royal Zeezicht Antwerpen der Finalgegner vom letzten Jahr als erster Gradmesser. Am Ende heißt es wie schon im Vorjahr 2:0 für den ASV, Murat und Melik hatten getroffen. Melik zeigt in diesem Spiel, dass er als Stürmer durchaus eine Verstärkung darstellt. An der Seite wirbeln Flo und Nino. Die Abwehr lässt keine Missverständnisse entstehen. Hier wird kein Grashalm Boden verschenkt. Als Liam beim Stand von 1:0 im Strafraum der Ball gegen die Hand geschossen wird, gibt es Elfmeter. Doch Gasttorwart Murphy pariert den Schuss und die folgende, etwas unübersichtliche Nachschuss-Situation kann letztlich mit vereinten Kräften geklärt werden.

Das zweite Spiel geht gegen das „Co-Heim-Team“ vom FC Brelingen. Die Mannschaft nennt sich „Die Uschis“, fällt aber eher mit ihrer rüden Gangart auf. Als Flo auf links seinen Gegenspieler wieder einmal schlecht aussehen lässt, packt dieser die Blutgrätsche aus und schickt Flo, dem es mittlerweile zum Glück wieder besser geht, ins Krankenlazarett. Auch in der Folge kann das Gastgeberteam spielerisch kaum mithalten und fällt mit weiteren unnötigen Aktionen auf. Murat und Melik lassen sich davon nicht beeindrucken und schießen das 2:0 heraus.

Im dritten Spiel geht es gegen das eigentlich polnische Team von Polonia Hannover. Schon während des Spiels wird klar, dass dies das stärkste Team der Gruppe ist, eine Mannschaft aus Vereinsspielern, die teilweise aus Personalmangel von anderen Teams rekrutiert wurden. „Gestern haben wir noch 15 Spieler, heute stehen wir mit 5 davon da“, ärgert sich ein Spieler von Polonia – nachvollziehbar. Am Ende stehen mehr Gastspieler im Kader als eigene. Doch so kann das Team wenigstens auflaufen. Trotzdem ist Polonia Hannover unangenehm zu spielen, weil die Mannschaft defensiv sehr sicher steht und auch im Mittelfeld spielerisch gut aufgestellt ist. Ömer, der das ASV-Team während des Turniers als Kapitän auf den Platz führt, kämpft und hält in Klassemanier dagegen, indem er Löcher stopft, die immer wieder aufreißen und sich in zahlreichen Zweikämpfen aufreibt. Auch die Abwehr lässt sich nicht überlisten. Nach vorne geht aber wenig. Am Ende steht es 0:0. Dass das Team von Polonia später im Finale steht, kommt daher nicht völlig überraschend.

Im vierten und letzten Vorrundenspiel ist Republica International der Gegner, ein Team das vorne zwar zwei passable Stürmer aufbieten kann, in der Abwehr aber nicht konkurrenzfähig ist. Murat (2), Melik und Bombe nutzen das eiskalt aus. Höhepunkt des Spiels ist sicher die Szene, als Bombe sich links außen durchtankt. Er ist nicht schneller als seine Gegenspieler, aber genauso wenig ist er vom Ball zu trennen. Mit seinem überraschenden Schuss aufs kurze Eck düpiert er auch noch den letzten Abwehrspieler und den Torwart. Anschließend führt ein Stellungsfehler in der ASV-Abwehr beim Stande von 4:0 zum Ehrentreffer für Republica und zum ersten ASV-Gegentreffer des Turniers. 4:1 ist gleichzeitig der Endstand. Der ASV geht mit 10 Punkten und 8:1 Toren aus vier Spielen als Gruppensieger in die Zwischenrunde.

Die Zwischenrunde: Das Déjà-vu
Schon die Vorrunde hatte gegen den Endspielgegner des Vorjahres begonnen. Doch dies sollte nicht das einzige Wiedersehen dieses Turniers bleiben. 2015 stand der ASV in der damals sogenannten „Todesgruppe“ gegen Yard United FC und Internationale Härte. Same procedure as last year. Wieder sind The Yard und Internationale Härte, der diesjährige Gastgeber, die Gegner der Dreier-Zwischenrundengruppe. Yard schlägt Internationale Härte im ersten Spiel der Zwischenrunde mit 1:0. Der Gastgeber muss gegen den ASV eigentlich gewinnen, um eine reelle Chance auf den Halbfinaleinzug zu haben. Und tatsächlich gelingt den Hannoveranern das 1:0. Doch der ASV schlägt zurück. Melik wird bei einem Kopfballversuch von hinten mit beiden ausgestreckten Armen gestoßen. Ein klarer Elfmeter. Für den Gastgeber eine tragische Aktion, weil er besser im Spiel ist. Murat verwandelt souverän und das Spiel endet 1:1. Etwas glücklich gewinnt der ASV hier einen Punkt.

Gleichzeitig wird klar: Der ASV ist hier zwar nicht mit seiner besten Truppe am Start, aber trotzdem schwer zu schlagen. Das liegt einerseits an einer stabilen Defensive, die sich auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lässt und andererseits an: Murat, der an diesem Tag zu großer Form aufläuft. Melik geht den zweiten Tag mit einer Knieblessur an den Start, Müsgüb und Flo schon seit dem zweiten Spiel fallen komplett aus. Der Kader dünnt sich langsam aus. Zum Glück kann der ASV nun auf Volker zurückgreifen, der sich für den zweiten Tag als Backup zur Verfügung stellt.

Der ASV braucht gegen Yard nur einen Punkt, um weiter zu kommen. Trotzdem scheint dies eine Herkulesaufgabe zu werden. Zunächst rollen zahlreiche Angriffe von The Yard auf das ASV-Tor. Der ASV wehrt sich wacker. Lange hält das Bollwerk, doch in der zweiten Halbzeit steht ein Spieler von Yard nach einer Flanke am langen Pfosten frei und verwandelt zum 1:0. Jubel bei The Yard, Jubel auch beim Gastgeber, der das Spiel an der Außenlinie verfolgt und sich in diesem Moment wieder für das Halbfinale qualifizieren kann. Bleibt der Spielstand so, würde es ein Penalty-Schießen zwischen ASV und Internationale Härte geben. Das will der ASV verhindern, darf dabei aber auch nicht das zweite Gegentor riskieren, um nicht direkt auszuscheiden. Viel Zeit bleibt nicht. Und The Yard sind bockstark. Doch bei einer eigentlich harmlosen Situation erkennt Murat, dass der Torwart von Yard zu weit vor seinem Tor steht und hebt den Ball aus 30 Metern über den Torwart hinweg unter die Latte.

Wieder setzt sich der ASV in einer starken Zwischenrunde durch, zwar nur als Zweiter aber immerhin. Der ASV wieder auf Meisterkurs? Vielleicht. Jetzt ist alles möglich. Doch dieses Jahr sind 5-6 richtig starke Teams am Start. Darunter das afrikanische Team von gEMIDe, mit Flüchtlingen aus der Elfenbeinküste, das der ASV nur vom Spielrand aus beobachten konnte oder eben Polonia Hannover, der stärkste Vorrundengegner des ASV. Diese beiden Teams qualifizieren sich ebenfalls für das Halbfinale.

Das Halbfinale: Die Kraft geht aus
Im Halbfinale geht es erneut gegen Polonia Hannover, den unangenehmsten Gegner der Vorrunde. Das mit etlichen ehemaligen Vereinsspielern gespickte Team hat seine Zwischenrunde souverän gewonnen und gezeigt, dass es zu den besten Teams des Turniers gehört. Trotzdem geht gegen den ASV nicht wirklich viel. Beide Abwehrreihen stehen sicher, die Offensivakteure tun sich wie schon im ersten Spiel schwer. Dann kommt eine Flanke von Polonia eigentlich nicht so gefährlich in den ASV-Strafraum, wird aber nicht abgefangen und am langen Pfosten schließlich von einem Polonia-Spieler verwandelt. Es steht 1:0, aber gegen die defensiv gut geordnete Mannschaft kann der ASV nichts mehr ausrichten. Gleichzeitig wird nun klar, dass die letzten Kräfte fehlen. Der ASV hatte zu 90% mit den immer gleichen 11 Leuten spielen müssen und hatte bei brütender Hitze nun nichts mehr zuzusetzen. 1:0 ist auch der Endstand.

Das Spiel um Platz 3: Hommage an den besten Spieler des Turniers
Im Spiel um Platz 3 geht es erneut gegen Yard. Laufstarke Engländer, die ständig auf das ASV-Tor anrennen würden. Während die Ersatzbank mit den Hufen scharrt, gehen die meisten anderen Spieler auf dem Zahnfleisch. Blessuren, Muskelschmerzen, alles was dazu gehört führen zu Gedanken, das Spiel um die goldene Ananas locker mit einigen Umstellungen anzugehen. Besonders in der Abwehr, die einen Altersschnitt von fast 48 Jahren ausweist und die fast ausnahmslos 140 Minuten Fußball in den Knochen hat, gibt es viele die eigentlich nicht mehr kicken wollen. Doch Murat möchte das Spiel nicht abschenken und das Team folgt ihm trotz müder Muskeln noch einmal geschlossen auf den Platz. Es war auch eine Hommage an den ungekürten besten Spieler des Turniers, der in diesem Spiel seinen siebten Turnier-Treffer erzielte, als er sich nach einer Phase der hohen Yard-Überlegenheit den Ball schnappte, auf der linken Seite unwiderstehlich an zwei Yard-Spielern vorbei zog und den Ball ins rechte untere Eck jagte. Eine fast unfassbare Szene, die den Spielverlauf ziemlich auf den Kopf stellte, denn Yard war quasi permanent in der Hälfte des ASV. Mit der Führung im Rücken zeigte die ASV-Defensive einmal mehr, dass sie auch unter massivem Druck kaum zu überwinden ist. Die Motivation kam noch einmal zurück. Etwas Glück kam in diesem letzten Spiel auch dazu. Als Murat, Melik und Ömer in der zweiten Hälfte vom Platz gehen, zeigt sich aber auch ein andere Wahrheit: Spieler, die einigermaßen frisch sind, sind gerade am Ende eines solchen Turniers von großem Wert. Und: Um für die letzten Spiele richtig konkurrenzfähig zu sein, war der Kader des ASV diesmal zu klein. 160 Minuten Fußball an 2 Tagen: Da tat am Ende jeder Schritt weh.

So war der 3. Platz letztlich ein schöner Erfolg, denn mehr war realistisch betrachtet nicht drin. Als das junge, agile und technisch beschlagene Team von gEMIDe in Finale 2:0 gegen Polonia gewann, war klar, dass es bei diesem Turnier nur einen Sieger geben konnte. Die Defensivkünstler von Polonia kassierten zum einzigen Mal zwei Gegentreffer, waren letztlich total chancenlos. Vielleicht hätte der ASV es ins Endspiel schaffen können, aber das Team von gEMIDe war an diesem Tag – und am Ende eines langen Turniers – nicht zu schlagen und somit auch ein verdienter Turniersieger.

STATISTIK

Das Team:
Tor: Jörg; Murphy (von Internationale Härte Hannover im ersten Spiel)
Abwehr: Mark, Armin, Götz, Liam
Mittelfeld: Ömer, Carsten, Murat, Flo, Nino, Müsgüb, Thomas Kl., Mille; (zweiter Tag:) Volker, Leo, Ebi
Sturm: Melik, Bombe
Trainer: Thomas Kl.
fett: mehr als 120 Minuten gespielt

Spielzeit: 2x 10 Minuten

Vorrunde:
ASV – Royal Zeezicht 2:0
ASV – FC Brelingen „Die Uschis“ 2:0
ASV – Polonia Hannover 0:0
ASV – Republica International 4:1

Zwischenrunde:
Die zwei Erstplatzierten der drei Vorrundengruppen qualifizierten sich für zwei Zwischenrundengruppen à 3 Teams.
ASV – Internationale Härte 1:1
ASV – Yard UFC 1:1

Halbfinale:
ASV – Polonia Hannover 0:1

Spiel um Platz 3:

ASV – Yard UFC 1:0

Gesamtbilanz:
8 Spiele, 4 Siege, 3 Remis, 1 Niederlage, 11:4 Tore.

Tore ASV:
Murat 7
Melik 3
Bombe 1

Endklassement:
1. gEMIDe Hannover (GER)
2. Polonia Hannover (GER)
3. ASV Filderstadt (GER)
4. Yard United FC (ENG)
5. Transformer Rectifier Unit Linden (GER)
6. Internationale Härte Hannover (GER)
7. Royal Zeezicht (BEL)
8. St. Pauli Mix (GER)
9. Easton Cowboys (ENG)
10. FC Brelingen „Die Uschis“ (GER)
11. Lunatics FC (BEL)
12. Abfahrt Bambule (GER)
13. FC Vova (LTU)
14. ICE Neckarstrasse (GER)
15. Republica International (ENG)

Endklassement Frauen:
1. Sebbenhausen/Balge Allstars (GER)
2. Republica International (ENG)
3. 1. FC Brelingen (GER)
4. Frau Dörte Becker (GER, fka St. Pauli)
5. Easton Cowgirls